10 Jahre Förderverein:
Wo stehen wir - was ist zu tun?

 

 

Wie war es in der Vergangenheit und wie ist es heute? Was hat sich verändert und wie geht es weiter?" - diese Fragen standen im Mittelpunkt auf der offenen Vorstandssitzung am 25. April in Brillon.

9. Mai 1999: Gründung des Fördervereins in Gelsenkirchen
Der Förderverein wurde vor 10 Jahren gegründet, weil trotz dem millionenfachen Leiden und Sterben an AIDS wichtige Forschungen und Therapiemöglichkeiten boykottiert und totgeschwiegen wurden. Der Förderverein hat neue Wege in der Therapie auf AIDS-Kongressen und vielen Veranstaltungen bundesweit aufgezeigt. Er hat in die Diskussion gegen die Profitorientierung in Forschung und Therapie eingegriffen und eine grundsätzliche Kritik an Quantität und Qualität der Impfstoffforschung geübt. Er ist für antientzündliche Frühtherapien eingetreten, die das Entzündungsniveau gering halten und den Zeitpunkt bis zum nötigen Einsatz der ART (= antiretroviralen Therapie)  um Jahre verzögern sollen. Bis heute werden die wissenschaftlich begründeten Vorschläge für eine passive Immuntherapie und Radioimmuntherapie nicht systematisch verfolgt. Im Förderverein wird auch offen darüber diskutiert, woher das HI-Virus und die Epidemie stammt, weil von Anfang an versucht wurde, AIDS einen afrikanischen Ursprung anzudichten, obwohl zahlreiche wissenschaftliche Daten dagegen sprechen. Der Förderverein konnte dadurch immer wieder positive Impulse geben für NGOs (Nichtregierungsorganisationen), Wissenschaftler und AIDS-Aktivisten.


Anders am Rand der Gesellschaft
Heute hoffen viele Positive auf eine "normale" Lebenserwartung. Die Kombitherapie in der dritten Generation ist wesentlich nebenwirkungsärmer und sehr effektiv. Die Menschen mit HIV stehen heute hierzulande anders am Rand der Gesellschaft: manche mit Hartz IV, sozialer Ausgrenzung, mit jahrelanger Arbeitslosigkeit, geringen Renten und psychologisch mit dem verletztenden Stigma eines angeblichen "Gesundheitsrisikos" für die Gesellschaft und eines damit assozierten "Un-wert-Seins" konfrontiert. Die Therapie macht nicht gesund. HIV-Positive müssen nicht nur Tabletten schlucken, sondern auch ihre Werte genau überwachen (lassen). Fragen wie: Therapiewechsel? Warum habe ich andere Nebenwirkungen? Kann ich in die Öffentlichkeit? Packe ich das heute? zeigen andere Ängste und Belastungen als wie sie noch früher im Mittelpunkt standen.

Das AIDS-Massensterben stoppen!
Weltweit geht das Ringen um das Leben Millionen von AIDS-Kranken noch immer weiter. Jährlich weit mehr als zwei Millionen AIDS-Tote fordern uns alle nach wie vor zum raschen Handeln heraus. Die bisherigen globalen Vorsorgeprogramme sind gescheitert. Auf Grund der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise ist eine weitere Verschärfung der AIDS-Krise vorprogrammiert. Auf jeden Patienten, der neu Zugang erhält zur ART, kommen derzeit drei Neuinfizierte. Der Förderverein unterstützt unter dem Motto "Menschenleben sind wichtiger als Profite" und mit seinem "Sofortprogramm gegen AIDS" (siehe www.hiv-therapie.org) die Proteste auf allen Erdteilen gegen das Patentrecht und Wucherpreise für AIDS-Medikamente. Mit anderen Organisationen und Kräfte wehren wir uns dagegen, dass die AIDS-Politik weiterhin von den gewinnorientierten Konzernen dominiert wird. Wir treten für einen sinnvollen Umgang mit der ART ein, wozu die Forderung nach Erforschung der Dosierungen bei Frauen und Kinder sowie antientzündliche Behandlungskonzepte als HIV-Frühtherapie dazugehören. Gleichzeitig finden wir uns nicht damit ab, dass AIDS zu einer chronischen beherrschbaren Krankheit mit ART wird bzw. bleibt. Wir brauchen dringend eine Forschung mit dem Ziel AIDS zu heilen.

Vorbereitung einer Solidaritätskampagne anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika in 2010
Mitgliederversammlung (= MV) des Vereins wird im Arbeiterbildungszentrum in Gelsenkirchen - nicht wie ursprünglich am 28. November - sondern voraussichtlich erst im Februar 2009/2010 sein (wird hier auf der Homepage noch bis zum Wel-AIDS-Tag bekanntgegeben). Bis zur MV wollen wir zwei Probleme lösen:
• Bedingt durch die katastrophale wirtschaftliche und politische Lage in Zimbabwe wurde die Auswertung der vom Förderverein unterstützte Aspirin-Selen-Studie immer wieder verzögert.
• Kontakte zur PUAHA, einer südafrikanischen AIDS-Organisationen, die den Vorschlag unseres Sofortprogrammes in ihrem Land aufgegriffen hatten, konnten nicht gefestigt werden.
Wir wollen eine Solidaritätskampagne anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika in 2010 als Beitrag zum Stopp des AIDS-Massensterbens im südlichen Afrika durchführen, die es gründlich vorzubereiten gilt.