Leben vor Pharmaprofit
Patente können tödlich sein!

Diese neue Kampagne des Aktionsbündnisses gegen Aids will erreichen, dass alle Betroffenen Zugang zu lebenswichtigen Aids-Medikamenten haben. Da dies ganz im Sinne der Ziele unseres Fördervereins ist, hat der Vorstand am 26. April die aktive Unterstützung der Kampagne beschlossen.
 

 

Indien – „Apotheke der Armen“
Die Pharmafirmen Abbott, Gilead und Bristol Myers-Squibb haben in Indien Patentanträge auf lebensnotwendige Aids-Medikamente gestellt. Indische Firmen stellen diese Medikamente momentan noch kostengünstig in generischer Form her und exportieren diese hauptsächlich in afrikanische Länder, wo weltweit die meisten Betroffenen mit HIV/Aids leben. Würden die Patentanträge der drei Pharmakonzerne bewilligt, so könnten weder weitere Generikafirmen in Indien die Produktion ausweiten, noch mit der Produktion von weiterentwickelten Aids-Medikamenten beginnen. Diese werden zunehmend wichtiger, da immer mehr Menschen Resistenzen gegen die vorhandenen Medikamente entwickeln. Insbesondere die Medikamente der neueren Generation („second line“) kosten oft das 10- bis 15-Fache gegenüber den herkömmlichen Medikamenten („first line“).
Die Preise werden damit weiter durch die Pharmakonzerne in die Höhe getrieben und sind eine wesentliche Ursache, dass bisher nur 20 bis 30% der weltweit Betroffenen behandelt werden und der Rest sterben muss.

Patentrecht schützt Pharmaprofit
Die Welthandelsorganisation (WTO) erlaubt über die TRIPS-Regularien (Trade Related Aspects of Intellectual Property Rights) den Firmen 20-jähigen Patentschutz für neue Medikamente. Indien musste 2005 diesen Regularien zustimmen, wodurch längere Wartezeiten und kompliziertere Regeln eingehalten werden müssen, bevor Medikamente als Generika (und damit günstiger) hergestellt werden können.
Begründet wird das Patentrecht mit den hohen Forschungskosten der Pharmaunternehmen. Tatsache ist, dass für viele Medikamente wichtige Grundlagenarbeiten mit öffentlichen Geldern in Universitäten und Instituten durchgeführt werden. Projekte in Pharmafirmen werden sehr vom Marketing gesteuert. Diese werden nur durchgeführt, wenn der „Return on Investment“ zwischen drei bis fünf Jahren liegt. Das heißt, dass das in die Forschung investierte Geld nach drei bis fünf Jahren für 15 bis 17 Jahre sprudelnde Gewinne unter Patentschutz bringt. Kein Wunder, dass die Pharmaindustrie deshalb zu den Branchen mit den höchsten Gewinnen gehört!

Machen Sie mit! 
Mit Aktionspostkarten sollen Unterschriften gesammelt werden und durch breiten öffentlichen Druck die Pharmakonzerne Abbott, Gilead und Bristol Myers-Squibb gezwungen werden, ihre Patentanträge in Indien zurückzuziehen. Durch kämpferische Aktionen breiter Massen und von Gewerkschaften mussten die Pharmakonzerne bereits in einigen Ländern die Preise senken. Die Chancen sind also gut, durch weltweiten Druck die Patentanträge zu Fall zu bringen. Helfen Sie dabei und machen Sie mit!

Auch bei der AIDS-Forschungsausrichtung:
Leben vor Pharmaprofit
Dadurch dass die pharmazeutischen Konzerne ihre Forschung danach ausrichten, wie sie aus dieser Krankheit möglichst hohe Gewinne erzielen können, wird die Forschung für einen Impfstoff und für Behandlungsverfahren mit einer Chance auf Heilung der Krankheit vernachlässigt. Dazu gehört auch, dass Behandlungen mit nicht mehr patentierten Stoffen (z. B. mit Cortison oder Aspirin) nicht weiter verfolgt werden. Unser Förderverein kämpft als gemeinnützige Non-Profit-Organisation  für die Erforschung neuer Wege in der HIV-Therapie und dafür, dass weltweit alle Menschen mit allen lebensnotwenigen Medikamenten kostenlos versorgt werden.

Wem nicht der Gewinn, sondern die Menschen am Herzen liegen, kann diese Ziele mit einer Mitgliedschaft bei uns aktiv unterstützen!